NPD@DD [update]

Dass die NPD in ihrer Wahlzeitung von den „Versager-Parteien“ spricht, ist zwar unreflektiert, aber in Anbetracht ihres aggressiven Wahlkampfs, kann man drüber schmunzeln. Wenn ein Bundespräsidentenkandidat die Gegendemonstranten als „Versager auf der anderen Straßenseite“ [ich revidiere: er sagte „Abschaum“1] bezeichnet, erwärmt es einem sogar das Herz, dass er dieses Amt wohl nie inne haben wird. Schließlich sollten vor allem Bundespräsidenten doch ein gewisses Gespür für Demokratie empfinden.
Der heutige NPD-Wahlkampf am Postplatz begann ohne „deutsche Pünktlichkeit“ wesentlich später als 11.00 Uhr. Das Flagschiff D kam angerollt und ergänzte Apfels Wahlkampfwagen (Man könnte fast annehmen, die NPD stehe auch bei Autos auf Oldtimer) „Große“ Anwesende waren Apfel, Pastörs und Rennicke – jener Bundespräsidentenkandidat. In Abwechslung von Reden und Rennickes völkischen Gesängen schien die Veranstaltung gefühlte fünf Stunden anzudauern – das übliche aggressive und pseudo-soziale Gelaber von Mindestlohn ohne den Nachweis der Finanzierbarkeit; dem Unterschied zwischen „deutscher Staatbürgerschaft“ und der Eigenschaft „deutsch“ zu sein.

oldtimertreffen

Zur Gegendemonstration wurde im Vorfeld wieder als Bündnis mobilisiert (ähnlich wie auch schon zum #antimob09). Beispielsweise addn.me rief zum öffentlichen Kandidaten-watch auf: SPD, Linke, CDU, FDP und Grüne sollten diesen Tag nutzen, um öffentlich gegen Rechtsextremismus und die NPD Stellung zu beziehen. Doch war auf der Gegendemonstration von CDU und FDP nichts zu sehen. Traurig. [Laut addn.me2 war die FDP vor Ort]

CDU?

Umso erfreulicher war es, dass sowohl die Piratenpartei als auch die „Freien Sachsen“, auch ohne Aufforderung, demokratisches Handeln zeigten. Auch vorbeilaufende Passanten, vor allem aber Autofahrer bestätigten den Protest gegen die NPD durch dauerhaftes Hupen.

Ein wenig kritisch zu betrachten gilt es das Verhalten der Polizei: Obwohl über die Veranstaltung hinweg durchaus freundlich, wurden zu Beginn auf der Seite der Gegendemonstranten mehrmals Personalien festgestellt – ohne erkennbaren Grund. Währenddessen es auf Seiten der NPD und ihrer „Anhänger“ nicht zu Kontrollen kam. Zudem blockierte die Polizei durch Einsatzfahrzeuge das Sichtfeld zwischen beiden Demonstrationen.

Pressemitteilung der Polizei:
„Um die Mittagszeit bildeten verschiedene Wahlveranstaltungen rund um den Postplatz den Einsatzschwerpunkt der Dresdner Polizei. Bis zu 35 Teilnehmer einer Veranstaltung der NPD standen bis zu 250 politische Gegner gegenüber. Durch eine strikte Trennung beider Lager kam es lediglich zu verbalen Auseinandersetzungen. Gegen 13.40 Uhr waren die Veranstaltungen beendet.“

  1. http://www.addn.me/news/npd-folklore-am-dresdner-postplatz/trackback/ [zurück]
  2. ebd. [zurück]

weitere links:
Demonstrationen : Und wieder erfolgsarmer Auftritt der NPD (AKuBiZ e.V.)
NPD-Folklore am Dresdner Postplatz